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I. T. Z.

Nachhaltigkeit lernen

Berlin

Investition in die Zukunft heißt Investition in die Bildung. Dafür wollen wir bessere Möglichkeiten schaffen. Wir schicken Materialien, Maschinen, Werkzeuge, wir schulen und unterstützen vor Ort, wir geben Hilfe zur Selbsthilfe. YOOW achtet auf Nachhaltigkeit und prüft daher, dass Spendenmittel verantwortungsbewußt eingesetzt werden. YOOW achtet und verfolgt die UNO-Milleniums Entwicklungsziele.


Aus Alt mach „Neu“ - Hilfe zur Selbsthilfe

Als ich meinen Job verloren hatte, weil der Betrieb insolvent geworden ist, konnte mir keiner helfen. Also habe ich mir gedacht, helfe ich anderen. Das gibt mir das Gefühl, dass ich noch gebraucht werde.
Meine ersten Maschinen hat Bundespräsident Köhler auf seine erste Afrika-Reise nach Sierra-Leone mitgenommen. Da habe ich gemerkt, dass auch ein Hartz IVer wichtige Arbeit machen kann.
 



  Projektbeschreibung:

Wir sammeln Nähmaschinen, Fahrräder, Rollstühle und Rollatoren im ganzen Land Berlin. Alles landet in meiner Werkstatt im Werkhaus Antirost. Erst zerlege ich die Nähmaschinen in ihre Einzelteile, diese werden gereinigt (entharzt), geölt und wieder zusammengesetzt. Ersatzteile nehme ich aus nicht mehr reparaturfähigen Maschinen. Wieder komplett wird alles justiert (Nadelhöhe, Fadenspannung usw.) und wieder in Gang gesetzt. Genauso mache ich es mit den Fahrrädern: auseinander nehmen, reinigen, Verschleißteile ersetzen, verkehrssicher machen. Oder ich baue leichte Handwagen.
     
  Dann wird ein Container gepackt und zu unserem Partnerprojekt MADAM in Sierra-Leone geschickt. Die Nähmaschinen werden zur Einrichtung von Schneidereien, die Rollatoren und Rollstühle für Krankenstationen und die Handwagen zum Transport von Erntegut, Wasserkanistern udergl. gebraucht. Schon über 500 Nähmaschinen haben wir nach Sierra-Leone und Äthiopien verschickt.

Benötigte Unterstützung:

Geld für Spezialwerkzeuge, aber vor allem für Verbrauchsmaterial: Ein Antriebsriemen für Nähmaschinen kostet 8,00 Euro/Meter. Für die Fahrräder brauchen wir Reifen, Schläuche, Bremskabel etc.

Seit langem wünsche ich mir ein Schweißgerät und einen Kurs, um die Kenntnisse zu erlangen, dass ich Gussteile (der mechanischen Nähmaschinentische) oder gebrochene Rahmenteile an Rollstühlen reparieren kann. Für den Containerversand benötigen wir Unmengen an Verpackungsmaterial und z.B. Holz zum Verspannen der Maschinentische. Für unsere Sammelaktionen brauchen wir ein (gebrauchtes) Auto.
Wer spendet, ist dabei...

Projektleiter:
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Gerhard (Teddy) Dewitz, geb. 1960 in Berlin (Ost), 1977 Fleischerlehre, dann Arbeiter im Maschinen- und Werkzeugbau, 1983 Heirat, ein Kind. 1989, kurz vor der Maueröffnung, gelingt der Familie die Flucht über die Botschaft in Polen in die Bundesrepublik, dann Westberlin.
Anstellung als Maschineneinrichter bei einem Edelstahlrohrwerk, das 2003 in Insolvenz geht. Betriebsbedingte Kündigung, seither arbeitssuchend. Ein-Euro-Jobber, jetzt Hartz IV. Seit 2003 ehrenamtlicher Mitarbeiter im Werkhaus Antirost als „Mechanikus.“
2007 für YOOW in Sierra-Leone: Übergabe von Spendenmaterial und Beteiligter der Brunnenbohr-Initiative.

Sozialpolitischer Effekt:

Der Ansatz ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Ich sehe den Sinn meiner Arbeit darin, dass die Menschen in Sierra-Leone mit den bei uns ausgemusterten und von mir funktionell neu überarbeiteten Maschinen zu Ihrer Existenzsicherung beitragen können. Also wenn eine Frau in Sierra-Leone etwas nähen und dann auf dem Markt verkaufen und mit dem Geld dann ihr Kind in die Schule gehen kann.
Für mich persönlich hat die Arbeit ebenfalls einen sozialen Aspekt. Als Arbeitsloser fühlte ich mich schlecht und hatte schlimme Verspannungsschmerzen. Über die ehrenamtliche Arbeit, über die Bewegung und die Resonanz, habe ich einen Weg gefunden, um mich als Hartz IVer etwas besser zu fühlen. Wenn unsere Schneiderin Helga Mond nach einer Maschinenreparatur sagt: „Die läuft ja wie ein Bienchen“, oder wenn ich einer Rentnerin die Nähmaschine repariert habe und die ruft dann im Werkhaus Antirost an, um ihre Freude mitzuteilen, dass ihre Näharbeiten ihr Spaß und Erfolg bringen, dann ist das auch zu meiner Zufriedenheit. Ich denke, dass man sich auf den Staat nicht verlassen sollte.
Gerhard Dewitz

   

„Practical Help for Practical People“
Nach dem Abitur arbeiteten wir ein Jahr als Zivildienstleistende bei der Organisation „Tools for Solidarity“ in Belfast (Nordirland), wo wir uns auch kennengelernt haben. Dies war für uns beide eine sehr prägende und bereichernde Erfahrung, die uns vor Augen führte, welches gesellschaftliche Veränderungspotential in jedem Bürger ruht und wie erfüllend gemeinnützige Arbeit sein kann.

Projektbeschreibung:
Die Teilnehmer/innen restaurieren einen Werkzeugsatz (für Metallbau, Mechaniker, Schreiner), der einem Auszubildenden der Partner-Organisation von YOOW in Sierra Leone zu Gute kommt. Dabei werden drei Stufen durchlaufen:
- Sammelaktion für Werkzeugspenden
- Wiederaufarbeitung der alten Werkzeuge in einer Werkstatt
- Verschiffung der Werkzeuge
- Übergabe der Werkzeuge an einen Azubi-Absolventen in Sierra Leone
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Benötigte Unterstützung:
Schüler/innen, Auszubildende und Student/innen, die mithelfen, die Werkzeuge zu sammeln und zu restaurieren.

Qualitativ hochwertige Sachspenden: Werkzeuge aus dem Bereich des Schreiner- und Metallhandwerks. 

Anschubfinanzierung wurde von der Youth Bank gestellt. 

Geldspenden für Jugendbegegnung und -austausch in Sierra Leone: gemeinsame Erfahrungen aus gemeinsamem Schaffen - Practical Help for Practical People.

   
Projektleitung:      
Philipp Schaube
- Abitur 2008 an der Bischöflichen Maria-Montessori-Gesamtschule in Krefeld
- Zivildienst in Belfast bei „Tools for Solidarity“
- Studium in Berlin: Wirtschaftsingenieur für Umwelt und Nachhaltigkeit

Felix Wehinger
- Abitur 2007 am Technischen Gymnasium in Singen/Hohentwiel
- FSJ in Belfast bei „Tools for Solidarity“
- Studium an der Humboldt Universität Berlin: Anglistik und Gender Studies
     
       
Sozialpolitischer Effekt:
Ziel des Projektes ist es, jungen Menschen die Chance zu eröffnen sich aktiv in unserer Gesellschaft für Werte wie Solidarität, Gerechtigkeit, Chancengleichheit einzusetzen und dabei sich globalen Herausforderungen zu stellen.
Jugendliche in Deutschland (Schüler_innen, Auszubildende, Student_innen) gewinnen durch die handwerklich orientierte Arbeit  einen Zugang zum Thema „Entwicklungszusammenarbeit“, u.a. dass:
  • Solidarität ein gemeinsames Angehen von Problemen und die Erkenntnis ist, dass wir alle Teil der Lösung sein müssen.
  • über die Wiederaufbereitung alter Werkzeuge eine Auseinandersetzung mit unserem westlichen Lebensstil (Wegwerfgesellschaft) erfolgt, um daraus Leitbilder für ein nachhaltigeres Leben zu entwickeln.
  • sie selbst den Umgang mit Werkzeugen erlernen.
  • sie persönlich Handwerker/innen und Auszubildende in Sierra Leone beim Aufbau einer eigenen Existenz unterstützen.
   
       
Ausblick:
Fertige Ausgebildete in Sierra Leone erhalten die Möglichkeit, in Ihrer Branche durch ein Werkzeugkit Fuß zu fassen. Diesbezügliche Selbstbestimmung und Autonomie ermöglicht Ihnen Ihr Leben selbständig und aktiv zu gestalten.
Jugendliche in Deutschland werden für die ungerechte Verteilung von Ressourcen in der Welt sensibilisiert und erlangen einen neuen Blickwinkel auf die Probleme unserer Zeit. Gegebenenfalls folgen daraus weitere Projekte, die von Jugendlichen initiiert werden.
Philipp Schaube und Felix Wehinger


YOOW-TOOLS-Team in Aktion
   
       

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